ILS Amberg - Was ist das?

Wer aus dem Bereich des "Blaulicht-Personals" kommt, hat unsere Homepage sicherlich nicht ohne Grund aufgesucht und weiß, was sich hinter einer Integrierten Leitstelle (ILS) verbirgt. Für alle interessierten Bürger und andere Besucher unseres Internetauftritts aber möchten wir uns und die Arbeit einer ILS hier kurzvorstellen.

Aufgaben

"ILS" steht für Integrierte Leitstelle. Hierin steckt auch der Kern unserer Arbeit: Integriert bedeutet, unter einem Dach werden die Notrufe für sämtliche nichtpolizeilichen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (sog. BOS) abgefragt. Die sich daraus ergebenden Alarmierungen und Einsätze werden dann von hier aus zentral geleitet. Die Kernaufgabe liegt hierbei in der Abfrage des Notrufs 112. Zu den o.g. BOS gehören primär die Feuerwehren und der Rettungsdienst, der auch den Notarzt-Dienst (nicht zu verwechseln mit dem kassenärztlichen Bereitschaftsdienst!) sowie das Krankentransportwesen umfasst. Darüber hinaus werden durch die ILS - je nach Lage - weitere Hilfsorganisationen wie das Technische Hilfswerk, Wasser- und Bergwacht oder die Notfallseelsorge alarmiert.

Für diese Aufgaben sind bei der ILS Amberg 26 Disponenten hauptberuflich beschäftigt. Zur Unterstützung bei Großschadenslagen (z.B. Unwetter oder größere Unglücksfälle) stehen 18 nebenberuflich tätige Mitglieder der sogenannten Unterstützungsgruppe ILS zur Verfügung, die bis zu insgesamt zwölf Einsatzleit- und Abfrageplätze besetzen können.

Zuständigkeit

Die ILS Amberg ist eine von 26 solcher Leitstellen in Bayern. Seit November 2013 in Betrieb, ist sie zuständig für die Stadt Amberg, den Landkreis Amberg-Sulzbach und den Landkreis Schwandorf. Somit sorgen wir für die Sicherheit von knapp 300.000 Einwohnern! Für diese Aufgabe stehen in den drei Gebietskörperschaften unter anderem 285 Freiwillige Feuerwehren, 13 Rettungswachen und acht Notarztstandorte zur Verfügung.

Folgende beispielhafte Gefahrenschwerpunkte und besondere Objekte im Leitstellenbereich fordern eine detaillierte Alarmierungsplanung und im Ernstfall koordinierte und präzise Arbeitsweise der Disponenten:

-        Autobahnen A6 und A93

-        Bundesstraßen B85 und B299

-        Eisenbahnlinien Schwandorf-Nürnberg und Regensburg-Hof

-        Große Industriegebiete (z.B. Innovationspark Wackersdorf)

-        Fünf sog. Störfallbetriebe

-        Südlager der US-Streitkräfte

-        Oberpfälzer Seenland

-        Monte Kaolino Hirschau

-        Kletterfelsen im Hirschbachtal

Arbeitsweise

Alle ILS in Bayern arbeiten mit dem hochmodernen Einsatzleitsystem "Eldis 3 By" der Fa. Eurofunk Kappacher. Für eine zielgerichtete und schnelle Arbeitsweise arbeiten wir nach dem sogenannten Dispatcher-Prinzip, das bedeutet, dass Notrufannahme und die jeweilige Disposition getrennt voneinander erfolgen. Dies wollen wir an folgendem Beispiel erläutern:

Über den Notruf 112 erreicht die Leitstelle die Meldung über einen Zimmerbrand. Der aufnehmende Telefonist erfasst alle einsatzrelevanten Daten wie Örtlichkeit, Informationen zum Anrufer und der genauen Lage. Schließlich entscheidet er sich für die Wahl eines hinterlegten Schlagwortes, in diesem Fall "Brand Zimmer". Das Einsatzleitsystem erkennt nun automatisch, dass für diesen Einsatz sowohl entsprechende Einheiten der Feuerwehr als auch des Rettungsdienstes benötigt werden. Nach Aufnahme des Einsatzes teilt der Telefonist den Einsatz mit einem Mausklick deshalb in einen Feuerwehreinsatz und einen Rettungdiensteinsatz. Das System weist diese nun automatisch den entsprechenden Einsatzleitplätzen der Disponenten weiter: Der Disponent am Einsatzleitplatz Feuerwehr alarmiert über vorgegebene Einsatzmittelketten und Bereichsfolgen die Einsatzkräfte der Feuerwehr, der Disponent am Einsatzleitplatz Rettungsdienst analog dazu - je nach Lage - beispielsweise einen Rettungswagen und einen Einsatzleiter Rettungsdienst. Im Bedarfsfall kann die Disposition entsprechend ergänzt werden, wenn beispielsweise Nachforderungen von Einsatzkräften vor Ort erfolgen oder weitere Notrufe von einem größeren Schadensbild zeugen.

Automatisch wird durch die ILS im Bedarfsfall auch die Verständigung der Polizei vorgenommen. Für diesen Fall sind die Systeme der ILS Amberg und der zuständigen Polizeieinsatzzentrale in Regensburg verbunden, sodass Einsätze gegenseitig schnell und ohne Informationsverlust digital weitergeleitet werden können. Auch untereinander stimmen sich die ILS in Bayern ab, wenn beispielsweise Einsatzmittel aus benachbarten Leitstellenbereichen angefordert werden müssen.